Brasilien – temperamentvoll und naturgewaltig

Bei einem Urlaub in Brasilien ist die Qual der Wahl groß: Zu viele schöne Ecken bietet das Land, zu viele, um sie in drei Wochen zu bereisen. Wir haben uns für Rio de Janeiro, Iguazú, den Nationalpark Chapada Diamantina, die Kakaoküste und Salvador entschieden.

Reiseroute durch Brasilien

Rio de Janeiro

Wir wollten den Urlaub entspannt mit einer Free Walking Tour beginnen. Pünktlich standen wir am Treffpunkt – waren aber die einzigen. Vielleicht kommen die Brasilianer erst später? Wir warteten eine Weile, verwarfen den Plan aber nach 20 Minuten und erkundeten die Stadt auf eigenen Faust. Später fanden wir übrigens heraus, dass die Uhren in Brasilien in der Nacht auf Winterzeit umgestellt wurden (eine Woche früher als in Deutschland). Die pünktlichen Deutschen, waren also eine Stunde zu spät. ;) 

  • Copacabana: Bei tollem Wetter machten wir uns auf den Weg zur Copacabana und liefen am Strand entlang Richtung Zuckerhut. Dabei genossen wir den Blick auf die traumhafte Stadtkulisse und erfrischten die Füße im Meer.
  • Zuckerhut: Mit der Seilbahn ging es in zwei Abschnitten auf den Zuckerhut hinauf. Hier hat man einen unglaublich tollen Blick auf die Stadt und das Meer.
  • Christusstatue: Anschließend kauften wir uns Tickets für die Bahn zur Christusstatue (sollte man vorher machen, um vor Ort nicht mehr lange warten zu müssen) und fuhren mit dem Bus zur Bahnstation. Dort stiegen wir in die alte Zahnradbahn, die viele Höhenmeter zurücklegen muss und sich beeindruckend den Berg hinaufkämpft. Genau passend zum Sonnenuntergang kamen wir oben an und genossen einen traumhaften Blick über die Stadt.
  • Lapa: Am zweiten Tag haben wir uns dann doch noch der Free Walking Tour durch Lapa und das historische Zentrum angeschlossen und dabei interessante Geschichten erfahren.
  • Santa Teresa: Nachmittags ging es weiter nach Santa Teresa und dort die Straßen hinauf und hinunter und zuletzt sind wir in einem netten Café, im Cafecito, eingekehrt.
  • Botafogo: Hier haben wir den Abend ausklingen lassen.
  • Ipanema: Am dritten Tag haben wir uns bei bedecktem Wetter und leichtem Regen von Café zu Eisdiele und Restaurant gehangelt und sind durch Ipanema gebummelt.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: ibis Hotel Rio de Janeiro Botafogo, eher funktional, aber praktisch gelegen und preislich in Ordnung, viele schönere Hotels waren deutlich teurer
Icon_Restaurant Restaurant-Tipp: Arab, direkt an der Copacabana, super leckeres arabisches Essen

Iguazú

Die Wasserfälle in Iguazú sind gigantisch. Sie lassen sich sowohl von Argentinien aus als auch von Brasilien aus anschauen. Beides lohnt sich:

  • Argentinische Seite: In Foz do Iguazú buchten wir für den nächsten Tag eine Busfahrt zur argentinischen Seite der Wasserfälle. Am Morgen sammelte uns ein Kleinbus ein und wir machten uns auf den Weg nach Argentinien. Achtung schon wieder Zeitverschiebung! Aber „Wasserfälle“ ist untertrieben. Denn eigentlich ist dies ein riesiger Park, in dem man endlos auf tollen Pfaden durch den Regenwald laufen, mehrere Teile der Wasserfälle überqueren und sich auf verschiedenen Höhen der Wasserfälle bewegen kann. Unten am Fluss kauften wir uns Tickets für eine Bootstour und fuhren mehrmals ganz dicht an die herabstürzenden Wassermassen heran. So wurden wir klitschnass, waren aber 10 Minuten später in der Sonne schon wieder getrocknet. So verbrachten wir mehrere Stunden in dem Park, bevor es mit dem Bus zurückging.
  • Brasilianische Seite: Die brasilianische Seite der Wasserfälle folgte am nächsten Tag. Sie ist etwas weniger beeindruckend, aber dennoch ein Muss! Da hier zwei Stunden ausreichen, kann man dies gut am Abflugtag machen und die Wasserfälle sind hier auch gut mit öffentlichen Bussen zu erreichen. Wir haben uns anschließend gegen Mittag direkt von dort aus auf den Weg zum Flughafen gemacht.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Hotel Del Rey mit Pool im 5. Stock

Nationalpark Chapada Diamantina

Von Iguazú flogen wir nach Salvador und fuhren von dort aus mit einem komfortablen Nachtbus in 6-7 Stunden direkt weiter nach Lencois im Nationalpark Chapada Diamantina.

  • Lencois: Hier kamen wir früh morgens an und waren direkt begeistert: Das Dörfchen ist malerisch, mit vielen bunten Häuschen und ist sehr gepflegt. Abends geht es lebhaft zu und man kann lecker essen gehen und viel zu starken Caipirinha trinken, während man der Dorfjugend beim Tanzen und Trommeln zuschaut. 
  • Ribeiro do Meio: Am Ankunftstag machten wir eine kleine Wanderung zum Ribeiro do Meio, zu einem Fluss abseits der Stadt mit tollen Badegumpen. Die Wanderung war im Reiseführer beschrieben und es hieß, man könne sie ohne Guide machen. Für uns stimmte das. Wir folgten der Beschreibung zum Fluss hinab, kauften unterwegs eine Kokosnuss und badeten gemeinsam mit den Einheimischen in dem Fluss. Auf dem gleichen Weg ging es dann wieder zurück in den Ort. Zwei Tage später hörten wir allerdings, dass genau auf dieser Strecke mehrere Touristen mit Machete überfallen und ausgeraubt wurden. Glück gehabt!
  • Lagunen und Tafelberg: Am nächsten Tag schlossen wir uns mit vier anderen einer geführten Tour an, die wir am Vorabend gebucht haben. Wir erkunden rötliche Lagunen, eine Tropfsteinhöhle, aßen bahianisches Mittagessen, schwammen in einer blauen Lagune und kletterten passend zum Sonnenuntergang auf den Tafelberg. Von dort aus hatten wir einen traumhaften Blick über die Chapada Diamantina.
  • Marimbus: Die nächste Tour, die wir ebenfalls spontan gebucht haben, führte uns mit einem Kleinbus nach Marimbus, ins kleine Pantanal. Hier paddelten wir mit einem Kanu den Fluss entlang und schützten uns mit Hüten vor der brennenden Sonne. Nach einer Weile legten wir an und liefen zu einem weiteren Fluss mit tollen kleinen Badegumpen. Auf dem Weg bekamen wir immer wieder Früchte aus der Natur gereicht, die wir nie zuvor gesehen haben. Im Fluss konnten wir uns dann erfrischen – und außer uns war weit und breit niemand zu sehen. Auf dem Rückweg mit dem Kanu wurde langsam das Wasser knapp und die Sonne brannte pausenlos weiter.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Pousada Vila Serrano, tolle Zimmer in kleinen Häuschen mit Hängematten, oberhalb vom Dorf an einem Hügel gelegen, hervorragendes Frühstück
Icon_Restaurant Restaurant-Tipps: Cozinha AbertaEl Jamiro

Itacaré und die Kakaoküste

Mit dem Nachtbus fuhren wir nach Feira de Santana. Hier stiegen wir am frühen Morgen in einen weniger komfortablen Linienbus um, der uns weiter an die Küste nach Itacaré brachte. Die Fahrt zog sich sehr, da der Bus an vielen Orten anhielt. Mittags kamen wir dann endlich an unserer Unterkunft an und nutzten den Tag zum Ausspannen am Strand und Erkunden des Ortes.

  • Kakaofarm bei Taboquinhas: Am nächsten Tag nahmen wir den Bus nach Taboquinhas. Hier hatten wir über Otto, einen Deutschen, der nach Brasilien ausgewandert ist, die Besichtigung einer Kakaofarm gebucht. Otto und die Tochter des Kakaobauern warteten am Bus auf uns. Gemeinsam mit der Tochter machen wir uns auf einen längeren Weg durch die Hitze zur Kakaoplantage. Hier erklärte uns der Bauer mit Händen und Füßen, wie Schokolade hergestellt wird. Gemeinsam ernteten wir die Kakaofrüchte, pulten die Kerne heraus, tranken den leckeren Saft der Früchte und rösteten die getrockneten Bohnen. Am Ende stellten wir unsere eigene Kokos-Schokolade her und probierten sie natürlich auch direkt. Schmeckte hervorragend!
  • Rafting: Anschließend wanderten wir zurück zum Fluss und entschieden uns spontan für eine abenteuerliche Raftingtour, die Otto für uns organisierte. Unsere Guides waren allerdings etwas übermütig und hatten viel Spaß daran, uns kentern zu lassen. Abends nahmen wir den Bus zurück nach Itacaré und kamen – nachdem der Bus unterwegs im Graben steckenblieb – irgendwann auch unversehrt dort an.
  • Strände: Am nächsten Tag erkundeten wir die verschiedenen, sehr schönen Strände in der Nähe der Stadt (Resende, Tiririca, Costa und Ribeira). Dort schauten wir bei einem Surfwettbewerb zu und genossen das schöne Wetter.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Porto dos Casais Guest House Itacaré, direkt am Strand gelegen, mit Pool und schönen Zimmern
Icon_Restaurant Restaurant-Tipps: Café Caramelo; Mar e Mel, super leckeres Essen, an manchen Tagen wird Livemusik gespielt

Salvador

Mit dem Bus ging es von Itacaré nach Bom Despacho und von da aus mit der Fähre nach Salvador – unsere letzte Station in Brasilien. Die Altstadt ist hier sehr sicher, da sie komplett von Polizei bewacht wird. Man will aber gar nicht wissen, wie es ohne die Polizei wäre und es gibt hier Gegenden, in denen man sich nur tagsüber aufhalten soll, und andere, die man ganz meiden soll. 

Wir erkundeten die schöne Altstadt, schauten beim Capoiera zu, fuhren mit dem Fahrstuhl in die Unterstadt und schlenderten durch die Markthalle, um noch das ein oder andere Mitbringsel zu kaufen. Am Abend erlebten wir dann passend zum Abschluss noch einmal das ganze brasilianische Temperament: In einer Bar mit Live-Musik tanzte schon nach kurzer Zeit jeder Gast – egal ob alt oder jung.

Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Pousada Da Mangueira, schönes Hotel mit tollem Ausblick, zwei Straßen von der Altstadt Pelourinho entfernt (im Hotel wurde uns daher geraten, den Polizisten am Rand der sicheren Zone Bescheid zugeben, damit sie uns auf den letzten Metern zum Hotel im Auge behielten, jedes mal ein kleiner Nervenkitzel ;) – hat aber geklappt)

 

Vorbereitungen für einen Brasilien-Urlaub

Inlandsflüge und Busse

Wir haben zwei Inlandsflüge (von Rio nach Iguazú und von Iguazú nach Salvador) schon vorab gebucht. Busse haben wir hingen vor Ort gebucht, zum Teil mit einem Tag Vorlauf.

Unterkünfte in Brasilien

Da unsere Reiseroute durch die gebuchten Inlandsflüge weitgehend feststand und wir uns vor Ort die Suche ersparen wollten, haben wir die Unterkünfte schon vorher gebucht. Das passte so aber auch perfekt.

Sicherheit in Brasilien

Überfälle von Touristen gibt es in Brasilien immer mal wieder. Daher haben wir auf alles, was teuer wirkt, verzichtet – mit Ausnahme meiner Kamera. Und da es mir vor allem auf die Fotos ankommt, habe ich 6 SD-Karten mitgenommen, die ich alle 3 Tage gewechselt habe. So wären im Falle des Falles maximal die Fotos der letzten 3 Tage weggewesen. ;) 

Kreditkarte und Geld hatten wir immer in einer Bauchtasche verstaut und Geld noch an einer zweiten Stelle, um im Zweifel etwas abgeben zu können.

In Rio haben wir spätabends für den Heimweg zum Hotel häufig ein Taxi genommen, da uns das sicherer erschien. Gerade am ersten Abend war das aber unnötig. Denn wie wir später feststellten, lag das Restaurant ca. 300 Meter von unserem Hotel entfernt. Da uns die Orientierung noch fehlte, haben wir das nicht gemerkt. Und der Taxifahrer hat sich auch alle Mühe gegeben, das zu verschleiern und ist mit großem Umweg zum Hotel gefahren. ;) 

Vorsicht ist in Brasilien sicher immer geboten, aber insgesamt war es deutlich entspannter als gedacht.

Impfungen für Brasilien

Zusätzlich zu den üblichen Impfungen haben wir uns gegen Gelbfieber und Tollwut impfen lassen.

Kreditkarte

Am besten informiert man die eigene Bank vor der Reise darüber, dass man nach Brasilien reist und vermehrte Abbuchungen aus Brasilien daher in Ordnung sind. Wir haben das nicht gemacht und prompt wurde meine Kreditkarte nach ca. 10 Tagen gesperrt.

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