Kapverdische Inseln – Inselgruppe mit traumhaften Vulkanlandschaften

Bei der Suche nach dem nächsten Urlaubsziel sind uns die kapverdischen Inseln eher zufällig begegnet. Sie haben uns aber schnell in den Bann gezogen. Und das zu recht: Die Inseln sind ein Traumziel für alle, die gerne wandern und sich abseits des Massentourismus bewegen.

Wir machten uns Ende Oktober für knapp drei Wochen auf den Weg dorthin (wobei sich die Inseln eigentlich zu jeder Jahreszeit gut bereisen lassen) und entschieden uns für 4 bzw. 5 der 9 Inseln.

Reiseroute über die kapverdischen Inseln

Boavista

Sal und Boavista gehören zu den Wüsteninseln und sind sich recht ähnlich: Trockene Steppen, Mondlandschaften und weiße Sandstrände erwarten einen hier. Vor allem Wassersportler kommen hier auf ihre Kosten. Wer nicht unbedingt Kitesurfen will, muss sich hier aber nicht allzu lange aufhalten und es reicht auch aus, eine der beiden Wüsteninseln zu bereisen. Wir entschieden uns für Boavista und blieben dort für zwei Nächte in Sal Rei.

Am Ankunftstag spazierten wir entspannt ein wenig am Strand entlang, badeten im türkisfarbenen Meer und erkundeten den Ort. Viel gibt es hier nicht zu sehen, aber man kann sich von dem Motto der Einheimischen einfach anstecken lassen:“No Stress“.

In der „Tourist Information“ haben wir für den folgenden Tag eine Halbtagstour gebucht. So fuhren wir am nächsten Morgen auf der Ladefläche eines Geländewagens mit Lino, unserem Guide, und einem anderen Ehepaar über die Insel. 

  • Rabil: Als erstes machten wir in dem kleinen, süßen Dörfchen Rabil Halt. Wir schlenderten durch die Gassen und besuchten die Schule und eine Töpferei.
  • Deserto de Viano: Weiterging es in die einzige größere Sandwüste der Kapverden: Deserto de Viano. Hier türmen sich die Sandmassen auf, sodass man zumindest ein leichtes Wüsten-Feeling bekommt und ein bisschen durch die Dünen stapfen kann.
  • Praia de Varandinha und Praia de Santa Monica: Die nächste Station war der traumhaft weiße, menschenleere Strand Praia de Varandinha. Zum Baden war es hier zu windig, aber der Strand lud zu einem schönen Strandspaziergang und zum Turnen an den Felsen ein. Anschließend ging es weiter zum belebteren Strand Praia de Santa Monica. Hier ließen wir uns nicht lange bitten und stürzten uns ins türkise Wasser. 

Insgesamt eine schöne Tour mit interessanten Geschichten von Lino.

Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Orquidea, direkt am Strand gelegen, schöne Zimmer mit Balkon und ein schattiger, bewachsener Innenhof
Icon_Restaurant Restaurant-Tipps: Blu Marlin, kleines Restaurant mit sehr leckerem, frischen Fisch; Sodade Di Nha Terra, sehr lecker und direkt am Strand gelegen

Sao Vicente

Am nächsten Tag ging es mit dem Taxi zum Flughafen und von hier aus mit Zwischenstopp auf Sal nach Sao Vicente. Wenn zum Zeitpunkt des Boardings noch kein anderer Fluggast da ist, darf einen das nicht irritieren: Es geht hier wie gesagt etwas entspannter zu.

Auf Sao Vicente blieben wir eine Nacht in Mindelo, da man ohne diesen Zwischenstopp nicht zum eigentlichen Ziel, zur Insel Santo Antao, gelangt. In Mindelo schlenderten wir ein bisschen durch die Gassen und genossen beim Abendessen einen tollen Blick auf die Stadt und das Meer. Auf dem Rückweg zum Hotel nahmen wir dann lieber ein Taxi, da uns das nicht mehr ganz so geheuer war. 

Icon_Restaurant Restaurant-Tipp: Sodade, sehr lecker und mit traumhaftem Blick von der Dachterrasse auf die Stadt, das Meer und die Nachbarinsel

Santo Antao

Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre zur Insel Santo Antao. Ein Paradies für Wanderer mit tollen Gebirgszügen, schroffen, faszinierenden Felsen in vielen Farben und grünen Tälern. 

Die Überfahrt ist für Leute, die schnell seekrank werden, nicht ganz ohne. Aber die Aussicht ist traumhaft. Als Highlight tauchte direkt neben der Fähre noch ein Wal auf. 

Im Hafen angekommen nahmen wir uns mit mehreren Personen zusammen ein Sammeltaxi und fuhren bis nach Ponta do Sol. Unterwegs hielten wir mehrmals an, um Gäste ein- und aussteigen zu lassen oder um z. B. ein Paket bei der Post und Essen bei den Bewohnern abzugeben. Warum auch nicht… ;)

Wir spazierten durch den gepflegten Ort, in dem uns viele Rohbauten auffielen. Wie auch in anderen Städten gab es hier viele Gebäude, deren Bau nicht fertig gestellt wurde. Anschließend lernten wir beim Abendessen ein portugiesisches Ehepaar kennen und verabredeten uns für den nächsten Tag zu einer Wanderung.

  • Wanderung durch das Tal Ribeira do Paul: Wir trafen uns früh morgens am Dorfplatz, um die etwas kühleren Morgenstunden zu nutzen. Mit einem Taxi (das Verhandlungsgeschick der Portugiesen machte die Fahrt etwas billiger) fuhren wir an den Kraterrand Cova da Paul. Hier starteten wir unsere Wanderung auf ca. 1200 m Höhe. Wir durchquerten den Krater und stiegen am anderen Ende wieder hinauf auf den Kraterrand. Von hier aus ging es fast ausschließlich bergab Richtung Meer. Die ganze Zeit hatten wir dabei einen traumhaften Blick auf das vor uns liegende wunderschöne, grüne und fruchtbare Tal Ribeira do Paul und auf die Küste mit dem Ort Vila das Pombas. Der war auch das Ziel unserer Wanderung. Unterwegs naschten wir von den Bananenstauden und kehrten in der Bar O Curral ein, in der es vom Schweizer Hans erfrischende Getränke und leckeres Essen gab. Nach ca. 5 Stunden kamen wir in dem Örtchen an und nahmen nach einer Stärkung im Café ein Taxi zurück nach Ponta do Sol.
  • Küstenwanderung nach Cruzinha: Am nächsten Tag standen wir wieder früh auf und machten uns auf den Weg zu einer traumhaft schönen Küstenwanderung. Wir starteten direkt im Ort und liefen ca. 12 km bergauf und -ab am Meer entlang bis nach Cruzinha. Tolle Farbenspiele von Felsen, Natur und Meer begeistern uns ebenso wie die steilen Klippen, absolute Abgeschiedenheit und 2-3 kleine Dörfchen mitten im Nirgendwo – aber mit Fußballplatz. Zurück nach Ponta do Sol ging es dann mit dem Taxi.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Kasa Tambla, sehr netter Gastgeber, leckeres Frühstück und tolle, große Zimmer mit traumhaftem Ausblick
Icon_Restaurant Restaurant-Tipps: O Voleiro, direkt über dem tosenden Meer, es waren zwar viele Gerichte nicht mehr da, aber die Tortilla war sehr lecker; ein französisches Restaurant in der Nähe des O Voleiro

Fogo

Um zur Insel Fogo zu kommen, mussten wir zunächst mit der Fähre zurück nach Sao Vicente. Nach einer weiteren Übernachtung ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Fogo – eine Insel mit einem aktiven Vulkan. Den wollten wir gerne besteigen und hatten hierfür vorab eine 3-tägige Tour gebucht, da man die Vulkanlandschaft nicht ohne Guide begehen darf.

  • Die Tour begann mit einer Übernachtung im Hotel Xaguate in Sao Filipe, einem netten Dorf.
  • Pico Pequeno: Am nächsten Morgen ging es dann mit unserem Fahrer hoch auf die beeindruckende Vulkanebene, die Cha das Caldeiras. Hier machten wir eine erste Wanderung auf den Pico Pequeno. Hier kann man in den Kessel des Vulkans schauen, der 1995 zuletzt ausgebrochen war. Anschließend wanderten wir durch die Kraterlandschaft. Hier türmten sich die Lavamassen vom vergangenen Vulkanausbruch und es wuchsen Wein, Weihnachtssterne, Paprika und andere Pflanzen in saftigem Grün aus der schwarzen Erde. Ein toller Kontrast! Wir liefen bis zu einem kleinen Dorf, in dem wir für eine Nacht im Casa Cicilio untergebracht wurden: ein Steinhäuschen mit mehreren liebevoll hergerichteten Gästezimmern ohne Strom, aber mit einem unglaublich hilfsbereiten Gastgeber. Abends aßen wir sehr lecker im Casa Marisa und ließen den Abend bei Live-Musik und guter Stimmung in der Bar Ramiro ausklingen.
  • Pico do Fogo: Am nächsten Morgen starteten wir nach dem Frühstück gegen 6 Uhr unsere Wanderung auf den Pico do Fogo (ca. 1000 Hm). Hier hatten wir einen tollen Ausblick auf die Landschaft rundherum und konnten oben in den Krater hineinschauen. Der Rückweg ging dann recht fix: Durch die lockere Vulkanasche konnten wir den Berg ganz leicht herunterrennen. Ein Jahr nach unserem Urlaub ist der Vulkan allerdings ausgebrochen, sodass ich nicht weiß, ob man hier aktuell wandern kann.
  • In dem Dorf wurden wir dann wieder abgeholt und zurück zum Hotel Xaguate gefahren, wo wir noch für eine weitere Nacht blieben.
Icon_Hotel Übernachtungs-Tipp: Hotel Xaguate, mit schönem Pool zum Erfrischen
Icon_Restaurant Restaurant-Tipp: Pipi‘s Bar, hervorragendes Essen, nette Kellner und im Reiseführer habe ich „Achtung Schnaps“ notiert, kann mich aber nicht mehr erinnern, was ich damit gemeint habe… ;)

Santiago

Per Propellerflugzeug (die 20 Minuten hatten es ziemlich in sich) ging es dann am nächsten Tag weiter nach Santiago. Wir landeten recht spät und benötigten dann noch einen Transfer nach Tarrafal, was sich nicht ganz so leicht gestaltete. Der Taxifahrer, den wir letztendlich erwischten, war uns auch nicht ganz so geheuer. Er schaute während der gesamten Fahrt durch die Dunkelheit und über teils schmale Straßen Musikvideos. Er brachte uns aber dennoch sicher zum Ziel.

Auf Santiago haben wir den Urlaub gemütlich ausklingen lassen. Daher haben wir nicht mehr viel von der Insel gesehen, aber auch sie bietet sicherlich noch schöne Wandermöglichkeiten.

Icon_Hotel Übernachtungs-Tipps: B&B Casa Strela, tolle Zimmer und eine schöne Dachterrasse, auf der man wunderbar ausspannen kann und auf der morgens das sehr leckere Frühstück serviert wurde; King Fisher Resort
Icon_Restaurant Restaurant-Tipp: Alto Maria, hervorragende Pizza

 

Vorbereitungen für einen Urlaub auf den kapverdischen Inseln

Inlandsflüge und Hotels auf den kapverdischen Inseln

Da es nur an bestimmten Wochentagen Flugverbindungen zwischen den Inseln gibt, muss man eine Route, die mehrere Inseln umfasst, schon etwas durchdenken. Vor allem, wenn man insgesamt nicht unendlich viel Zeit hat. Wir haben daher alle Inlandsflüge und Hotels schon vorab gebucht.

Impfungen für die kapverdischen Inseln

Es gibt recht viele herumstreunende Hunde. Deswegen ist eine Tollwut-Impfung neben den üblichen durchaus ratsam. Ich selbst hatte allerdings keine und hab Abstand zu den Hunden gehalten. ;)

Sprache

Die meisten Einwohner sprechen neben der Landessprache (kreolisch) noch Portugiesisch und ein wenig Französisch. Englisch können nur wenige. Aber mit Hand und Fuß kann man sich auch hervorragend verständigen und trifft immer auf sehr hilfsbereite Leute.

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