Südtirol – Apfelblüten, weiße Gipfel und dazu ein Kaiserschmarrn

Es ist April, das Tal erstrahlt in saftigem Grün, die Blumen blühen und es liegt ganz klar Frühling in der Luft. Doch hoch oben auf und hinter den Gipfeln liegt noch Schnee, viel Schnee. So kommen in der Gegend rund um Meran Wanderer, Mountainbiker und Skifahrer gleichermaßen auf ihre Kosten. Denn während Wintersportler in Nauders oder auf dem Schnalstaler Gletscher die Pisten herunterfahren, kann man rund um Meran, im Vinschgau, im Passeiertal und im Etschtal schon tolle Wanderungen und Mountainbiketouren unternehmen. Die Täler werden von bis zu über 3.300 m hohen Bergen umringt und diese geschützte Lage, warme Winde, geringe Niederschläge und viel Sonnenschein sorgen dafür, dass die Natur hier schon im Frühling ihre Pracht entfaltet. Besonders zur Zeit der Apfelblüte ist der Anblick in Südtirol wunderschön.

Wanderungen rund um Meran

Wanderung(en) zur Mutspitze:

Geplant war eine Wanderung über die Taufenscharte zur Mutspitze. Es kam ein bisschen anders – aber blieb nichtsdestotrotz eine tolle, nicht anspruchslose Tour (ca. 14 km, 1.600 Hm hoch, 2.400 Hm runter).

  • An der Talstation in Vellau (per Bus gut erreichbar) ging es los mit einer außergewöhnlichen Fahrt in einem alten Korblift. Beim Ein- und Ausstieg ist eine Mischung aus Rennen und Springen gefragt und der rundum vergitterte Korb (inkl. Boden) erfordert etwas Schwindelfreiheit… ;)
  • Auf 1.457 m startete dann unsere Wanderung – vorbei an der Leiter Alm Richtung Hochganghaus und dann der Abzweigung zur Taufenscharte folgend. Anfangs ging es durch dichten Wald bergauf. Hinter der Baumgrenze führte der Weg dann in einigen Kehren den etwas steileren Hang hinauf bis zur Taufenscharte – mit traumhaftem Blick ins Vinschgau und auf den Nationalpark Stilfserjoch.
  • An der Scharte in 2.231 m Höhe angekommen warfen wir gespannt einen Blick auf die andere Seite des Berges und stellten fest: Hier war der Schnee noch nicht getaut und der Weg verliert sich darin. Mit entsprechender Ausrüstung und besserer Ortskenntnis bestimmt machbar, aber beides war nicht vorhanden. Also kehrten wir um, hielten aber am Ziel Mutspitze fest. Schließlich gibt es auch noch einen Weg dort hoch. ;)
  • Wir stiegen bis zur Leiter Alm auf 1.525 m hinab und folgten von dort aus dem Meraner Höhenweg zum Gasthaus Mutkopf. Dort gönnten wir uns einen leckeren Kaiserschmarrn bei traumhaftem Ausblick auf Meran und Umgebung. Gestärkt setzten wir unsere Wanderung Richtung Mutspitze fort: zunächst durch den Wald und dann einen gut angelegten Weg über den Grasrücken des Berges entlang, der gegen Ende steiniger und verblockter wird. Bis auf kleinere Schneefelder war dieser Weg aber tatsächlich komplett frei.
  • Als wir an der Mutspitze (2.291 m) ankamen, verließen die letzten Wanderer, die sich direkt für den richtigen Weg entschieden hatten, den Gipfel und wir hatten ihn und den traumhaften Ausblick auf Meran, ins Etschtal und auf die umliegenden Gipfel ganz für uns. :)
  • Der Rückweg führte uns vorbei am Gasthaus Mutkopf und an den Muthöfen bis hinunter auf 594 m ins Dorf Tirol. Von dort aus ging es mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft. Alternativ kann man bei den Muthöfen in die Gondel steigen und die knieschonendere Variante wählen. ;)

Wanderung zu den Stoanernen Mandln

Von Hafling aus starteten wir eine leichte, aber sehr schöne Wanderung zu den Stoanernen Mandln (ca. 22 km, 1.100 Hm).

  • Wir gingen zunächst durch den Wald und über teils mit Blumen übersäte Wiesen und Wege an der noch geschlossenen Wurzeralm und Vöraner Alm vorbei (Wanderweg Nr. 2). Nach einer Weile erreicht man das Auener Jöchl und folgt von hier aus einem Weg rechts hoch zu den Stoanernen Mandln (2.003 m). Die Kuppel verdankt ihren Namen unzähligen Steinmännchen, die dort stehen, und bietet einen traumhaften Blick bis hin zu den Dolomiten.
  • Nach einer Mittagspause zwischen den Steinmännchen gingen wir zurück zum Auener Jöchl und machten noch einen Abstecher hoch zum Kreuzjoch (2.086 m). Hier ließen wir den Blick über die Gipfel der Dolomiten, Ortler- und Texelgruppe schweifen. Dank einer Tafel sind die Gebirgsgruppen gut zu erkennen.
  • Anschließend liefen wir zurück zum Auener Jöchl und folgten von dort aus dem Wanderweg 11 bis zur Leadner Alm und dann dem Weg Nr. 16 zurück nach Hafling.

Mountainbiketouren rund um Meran

Mountainbiketour zu den Mutköpfen

Von Forst aus machten wir uns auf den Weg zu den Mutköpfen und konnten nach einem nicht unanstrengenden Anstieg einen traumhaften Ausblick über Meran und das Etschtal genießen (ca. 42 km, 1.800 Hm).

  • Wir fuhren zunächst entlang der Etsch nach Meran, von dort aus weiter nach Gratsch und dann über die St. Petersstraße vorbei am Schloss Tirol bis hoch zum Dorf Tirol (594 m).
  • Wir folgten der Haslachstraße den Berg hinauf bis zum Restaurant Tiroler Kreuz. Dort macht die Straße einen scharfen Linksbogen und wird zu einer Schotterstraße, die sich in großen Kurven stetig den Berg hinaufwindet bis zum Gasthof Hochmuth (1.361 m). Nach dem Anstieg ist eine Pause wohlverdient und man kann den Blick über die traumhafte Landschaft schweifen lassen.
  • Zurück fuhren wir bis zum Restauran Tiroler Kreuz über den gleichen Weg. Dort bogen wir links in den unteren Waalweg ein und folgten ihm leicht bergauf für ca. 1,5 km. Wir überquerten den Spronserbach, mussten dann aber feststellen, dass der Weg ab hier gesperrt ist. So kehrten wir um und nahmen doch den gleichen Weg zurück: durch das Dorf Tirol und die St. Petersstraße hinunter. Nur den Umweg über Meran sparten wir uns und fuhren durch Algund zurück nach Forst.

Mountabiketour zu den Stoanernen Mandln

Noch ein zweites Mal waren die Stoanernen Mandln Teil unserer Tour – diesmal aber auf anderem Wege und mit den Mountainbikes, was eine ganze Ecke anstrengender war ;) (ca. 26 km und 1.080 Hm).

  • An der Bergstation der Gondel Vilpian – Mölten starteten wir in ca. 1.017 m Höhe unsere Tour. Von dort ging es stetig bergauf durch den Ort Schlaneid und weiter die Schlaneider Straße hinauf. Nach ca. 3 km bogen wir rechts ab in den Jochweg und fuhren durch den Wald weiter bergauf. Kurz vor der Sattlerhütte gelangt man auf den Weg Nr. 15. Dem folgten wir weiter bis zur Alm Möltner Kaser (1.766 m). Beide Hütten sind zu der Zeit allerdings noch nicht bewirtschaftet.
  • Von hier aus ging es über den Weg E5 über Wiesen und schmale, teils sehr steinige und verwurzelte Wege weiter hinauf. Ums Schieben kamen wir hier nicht herum. Kurz vor dem Auener Jöchl trifft man auf den Weg 23 und erreicht kurze Zeit später die Stoanernen Mandln. Auf dem letzten Stück überraschte uns allerdings ein Regen- und Hagelschauer (der einzige des Urlaubs). Daher verzichteten wir auf eine Rast bei den Stoanernen Mandln.
  • Auch die eigentlich angepeilte Route über den Weg 23 Richtung Putzer Kreuz und Hausberg Alm änderten wir etwas und fuhren über den Weg 23A über teils steinige, vom Hagel weiß-bedeckte Wiesen und steinige Wege hinab zurück zur Alm Möltner Kaser.
  • Von hier aus fuhren wir ein Stück zurück über den Weg Nr. 15, bogen dann aber ab auf den Weg E5. Meine persönliche Lieblingsstrecke, da es hier tolle Passagen über etwas verblockte Wiesen gab. Richtung Fahrer Höfe folgten wir dem Weg 17A und fuhren dann über den Schlermoosweg nach Mölten, durch Pauschuster und zurück zur Bergstation der Gondel.

Gemütliche Ausflüge in Südtirol

Bozen und Jenesien

Mit der Bahn machten wir uns auf den Weg nach Bozen und das lohnt sich allein schon wegen der schönen Strecke durch das Etschtal. In Bozen schlenderten wir ein bisschen durch die Gassen und liefen entlang der Talfer bis zur Talstation der Gondel nach Jenesien. Die brachte uns in das kleine Dorf hinauf, von wo aus man einen tollen Blick auf den beeindruckenden Rosengarten der Dolomiten hat. Zurück nach Bozen ging es mit dem Bus – die lange Mittagspause der Gondel hatten wir vorher nicht bedacht. ;)

Schlendern durch Meran

Auch in Meran kann man sich gut ein bisschen treiben lassen – durch die Gassen und entlang des Flusses. Hier kann man dann auch wunderbar die Füße in den kalten Fluss baumeln lassen und das Bergpanorama genießen.

Grandioser Apfelstrudel in Aschbach

Mit der Bahn fuhren wir nach Rabland und stiegen dort in die Gondel nach Aschbach. Hier gibt es auch einige Wander- und Mountainbikemöglichkeiten. Wir beließen es aber bei einem Gang durch das kleine Dorf und kehrten im Aschbacherhof ein. Dort ließen wir uns einen riesigen Apfelstrudel schmecken und hatten von der Terrasse aus einen schönen Blick ins Vinschgau.

Icon_Hotel Übernachtungs-Tipps: Untermairhof in Algund oder Krebishof etwas oberhalb von Schenna, beide toll gelegen mit schönem Ausblick auf die Berge, mit schönen Doppelzimmern und Ferienwohnungen und sehr leckerem Frühstück mit vielen Leckereien aus dem eigenen Garten
Icon_Restaurant Restaurant-Tipps: grandiose Tiroler Tris im Hotel Ristorante Gstör in Algund; sehr leckere Pizza im Römerkeller in Algund und in der Pizzeria Mösl in Meran; leckeres Essen mit tollem Ausblick im Gasthof Köstenthaler oberhalb von Schenna
Icon_Sonstiges MeranCard: Von unserer Unterkunft haben wir die MeranCard bekommen, mit der man alle Busse, die Bahn und auch einige Lifte und Gondeln in Meran und Umgebung umsonst oder vergünstigt nutzen konnte. Das ist ein super Angebot, von dem wir mehrfach Gebrauch machten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.